re.play – Mega Man 2

Mega Man 2

Persönliches

Nach was für Alternativen sieht man sich um, wenn man zur damaligen Zeit Transformers-Fan war, aber es kein solches Spiel für das NES gab? Genau – nach Allem, was mit Robotern zu tun hat. Probotector war da ein heißer Kandidat, aber schwer verfügbar, und Mega Man 1 hatte im Wunsch-/Kaufvergleich zu Snake Rattle’n’Roll bereits den Kürzeren gezogen. Das Nintendo-Magazin half hingegen mit einer ausführlichen und durchweg positiven Darstellung des Nachfolgers, und tatsächlich sollte ich da nicht enttäuscht werden. Das Probespielen am NES-Display des örtlichen Elektronikmarktes tat sein Übriges: Dieses Spiel habe ich wirklich rauf, runter, links- und rechtsherum gespielt wie kein Zweites.

Mega Man 2: Startbildschirm
Startbildschirm

Spielgeschichte

Die Mega Man-Spielreihe bedient ein einfaches, sich wiederholendes Muster: Der Bösewicht (Dr. Wily) stellt 8 Robotergegner auf die man in beliebiger Reihenfolge abarbeiten darf, gefolgt von mindestens 4 Leveln in Dr. Wilys Festung. Warum? Na, weil er böse ist und die Weltherrschaft an sich reißen will. Mega Man wurde von Dr. Light, dem bereits namentlich guten Wissenschaftler gebaut um Dr. Wily zu stoppen. Von jedem besiegten Endgegner erhält er dessen Waffe, die er in den darauf folgenden Leveln und gegen andere Endgegner anwenden kann. Dass bedeutet, auch wenn man die Reihenfolge der 8 Endgegner beliebig angehen kann, gibt es vorteilhafte und weniger vorteilhafte Kombinationen. Quick Man zum Beispiel ist anfällig gegen den Time Stopper von Flash Man, Heat Man gegen den Bubble Lead von Bubble Man, Wood Man gegen das Atomic Fire von Heat Man. Nach diesem Stein-Schere-Papier-Prinzip ergibt sich daher eine optimale Reihenfolge, bei der man lediglich an einem Endgegner mit der Standard-Armkanone den Einstieg braucht.

Mega Man 2: Gegnerauswahl
Gegnerauswahl

Gameplay

Laufen, Springen, Schießen – wer das in der passenden Kombination beherrscht, wird insgesamt wenig Probleme haben; Entgegen seinem recht schweren Vorgänger ist Mega Man 2 eher eines der einfacheren Spiele der Mega Man-Reihe, wenn nicht das Einfachste. Die Steuerung ist flüssig, die Kollisionsabfrage recht genau, und alle Gegner folgen einem relativ einfachen Bewegungsmuster, komplexer wird es lediglich bei den Endgegnern. Die Energieanzeige links oben lässt sich durch gelbe Energietanks wieder auffüllen, die Gegner fallen lassen, blaue Energiekapseln füllen die aktuell ausgewählte Waffe wieder auf. Zusätzlich finden sich noch Leben und gelegentlich E-Tanks – diese füllen bei Benutzung den gesamten Lebensenergiebalken wieder auf, und sind oft die letzte Rettuung in Endbosskämpfen. Entsprechend dieser Gewichtigkeit kann Mega Man maximal vier davon tragen.

Mega Man 2: Quickman
Mit dem Time Stopper gegen Quickman

Die Gegner selber sind sehr abwechslungsreich, und fast immer an das Motiv des Levels angepasst. Bei Air Man finden sich viele fliegende Gegner, bei Wood Man Roboterhasen, Bei Bubble Man mechanische Fische – und so weiter. Ein paar Gegnertypen sind „Klassiker“, waren schon im ersten Teil dabei und finden sich auch in späteren Titeln, allen voran die laufenden und schießenden Baustellenhelme. Wem das Spiel zu einfach ist, dem bietet sich der „difficult“-Spielmodus, in dem gegnerische Treffer mehr Schaden machen und die eigene Waffe weniger.

Grafik und Sound

Spätere Mega Man-Titel haben an Grafik- und Tonqualität nochmal etwas nachgelegt, dennoch gehört der Soundtrack bereits hier zum Besten, was das NES zu bieten hat – erkennbar auch an den Unmengen von Cover- und Live-Versionen der Titelmelodie oder der einzelnen Stage-Titel (Als Beispiel: SuperFX oder das großartige Mariachi-Cover der ersten Wily-Stage). Besonders die Musik im ersten Wily-Level ist ein Erlebnis. Die Grafik ist aus heutiger Sicht nicht mehr als der damaligen Zeit angemessen, relativ Textur- und Hintergrundarm, was aber die Übersichtlichkeit fördert. Bei besonders großen Gegnern oder hoher Sprite-Anzahl knickt das NES sichtbar flimmernd ein, auch kann Mega Man nicht mehr als drei Schüsse in schneller Folge abgeben, weil einfach nicht mehr als drei dieser Objekte gleichzeitig dargestellt werden können. Relativ neu für die damalige Zeit war die animierte – und sehr stimmungsvolle – Schlussszene.

Mega Man 2: Dr. Wilys Festung
Dr. Wilys Festung wartet

Anspruch

Für den Einstieg in die Mega Man-Reihe gibt es eigentlich wenig Besseres, da Mega Man 2 – wie schon geschrieben – zu den einfachen Titeln der Reihe gehört. Wem das zu einfach ist, der kann den Schwierigkeitsgrad erhöhen, dieses Feature gab es m.W. weder davor noch danach. Der einzig wirklich komplizierte Teil ist ein Endgegner in der Wily-Festung, der nur durch viel Nachdenken und Können ohne den Verlust eines Lebens bezwingbar ist, aber nach Verlust in jedem Fall schaffbar. Dr. Wily selber ist ein durchaus harter Endgegner, der aber angesichts von vier E-Tanks seinen Schrecken verliert. Bewegungs- und Angriffsmuster der Gegner sind auch darauf ausgelegt, dass man ihnen mit den Standardbewegungen ausweichen kann. In späteren Titeln kam das Rutschen am Boden und das Aufladen der Waffe hinzu, was mehr Kombinationsmöglichkeiten erlaubt und auch oft erfordert.

Mega Man 2: Dr. Wily Bosskampf
Gegen Dr. Wily – nicht zum letzten Mal

Nach erfolgreicher Schlacht wird man – was bei damaligen Spielen nicht selbstverständlich war – mit einem langen und befriedigenden Abspann belohnt. Der ist hier nun extra nicht gezeigt, den muss man gesehen haben.

Message from Dr. Light: Get equipped with re.play 1

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